Erfahrungsbericht zum Studium Bachelor of Arts Poltikwissenschaft und Wirtschaft

bild-bwl-200x300 ErfahrunEin Erfahrungsbericht zum Studium Bachelor of Arts Poltikwissenschaft und Wirtschaft, von Raban K.

Wie ist der Zwei-Fach-Bachelor an der Universität Greifswald aufgebaut?

Das Doppelbachelorstudium an der Universität Greifswald soll zu grundlegenden fachlichen und methodischen Kompetenzen in zwei Fächern führen. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester. Die  gewählten Studienfächer sind gleichgewichtet, dass bedeutet das sowohl Lehr- als auch Lernumfang gleich groß sind. Ein Spezifikum der Universität Greifswald ist das Ergänzungsmodul „General Studies“. Zusätzlich zu den beiden regulären Studiengängen werden in den „General Studies“ weitere Schlüsselkompetenzen für das Studium und das folgende Berufsleben vermittelt.

Es lassen sich fast alle Studiengängen miteinander kombinieren. Eine Ausnahme bilden die Studiengänge der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät (Wirtschaft, Öffentliches Recht, Privatrecht). Diese müssen mit einem Fach der Philosophischen Fakultät (alle anderen Fächer) kombiniert werden. Die übrigen Fächer können frei miteinander kombiniert werden.

 Das Studium in der Praxis:

 Studiengang Politikwissenschaft

 Das Studium der Politikwissenschaft soll neben den spezifischen Teilgebieten vor allem  grundlegende politikwissenschaftliche Methoden und Theorien vermitteln. In den verschiedenen Kategorien der Politikwissenschaft: „Das öffentliche Recht der Bundesrepublik Deutschland“, „Das Politische System der Bundesrepublik Deutschland“, „Vergleichende Politikwissenschaft“, „Politische Ideengeschichte“, „Internationale Politik“, „Moderne Politische Theorie“, „Internationale Beziehungen“, „Politische Akteure in der Bundesrepublik Deutschland“ sowie „Allgemeine Grundlagen der Politikwissenschaft“ werden Mikromodulprüfungen abgelegt.

Dies sind entweder Klausuren, mündliche Prüfungen oder Hausarbeiten. Der Teilbereich Politikwissenschaft wird letztendlich mit einer Fachmodulprüfung abgeschlossen.

Mir persönlich hat dieser Teil des Studiums sehr gut gefallen. Natürlich sollte man sich für politische und gesellschaftliche Themen interessieren und begeistern können. Außerdem muss auch zu Beginn des Politikwissenschaftsstudium viel gelernt werden. Aber werden zu Beginn des Studiums eher lernaufwendige Grundlagenklausuren geschrieben, die auch mehr oder weniger als Ausschlussklausuren verstanden werden können, so entwickelt sich in den folgenden Semestern ein Studium wie man es sich vorstellt und wünscht. Eine Vielzahl von Seminaren bieten große Auswahl und ermöglichen ein interessantes Studium. Die meisten Mikromodule werden mit Hausarbeiten zu dem jeweils besuchten Seminaren abgeschlossen.

Durch die Möglichkeit interessenbezogen Seminare zu belegen und in diesen wiederum ein Hausarbeitsthema mehr oder weniger frei zu wählen, können Studenten sich sehr genau auf Sachgebiete und deren Inhalte fokussieren. Schreibt man am Ende auch noch seine B.A.-Arbeit in einem der bereits behandelten Bereiche kann man fast davor reden das ein „Expertenstatus“ erreicht wird.

Immer wichtiger wird die Vorraussetzung der englischen Sprache. Es gibt kaum mehr ein Seminar in dem nicht ein englischer Text gelesen wird. Auch der Umgang mit Statistikprogrammen nimmt vor allem in der Vergleichenden Politikwissenschaft ein immer wichtigeren Stellenwert ein. Darauf bereitet einen die Universität allerdings mit entsprechenden Computerkursen sehr gut vor.


Studiengang Wirtschaft

Auch der sogenannte Teilstudiengang Wirtschaft ist auf 6. Semester angelegt und wird gleichwertig mit dem anderen gewählten Fach studiert. Der Studiengang soll vor allem die beruflichen Chancen und Einsatzmöglichkeiten der Studenten erhöhen. Am Ende des Studiums sollen die Studierenden befähigt werden, betriebs- und/oder volkswirtschaftliche Instrumente auf ökonomische Problemstellungen und Theorien anzuwenden, die Funktionsprinzipien von Märkten und grundlegende ökonomische Theorien zu verstehen, sowie das Zusammenwirken betrieblicher Funktionsbereiche zu erkennen, um adäquate ökonomische Entscheidungen treffen zu können. Das Studium ist in 8 Pflicht- sowie 1 Wahlmodul unterteilt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser Teilstudiengang zu einem der schwersten Bachelorstudiengänge überhaupt zählt. Diese Einschätzung bezieht sich nicht unbedingt auf den intellektuellen Anspruch. Viel mehr möchte ich damit sagen, dass der Lernaufwand nicht ansatzweise in einem normalen Verhältnis zu den erzielten ECTS Punkten steht. Vergleicht man die Wochen- ja gar monatelangen Lernphasen mit anderen Studiengängen dann kann man nicht von gerechten Relationen sprechen. Jedem der denkt er könne BWL bzw. Wirtschaft einfach mal so studieren, aus reiner Zukunftsunwissenheit, dem sollte davon abgeraten werden. Wer allerdings Spaß hat und bestenfalls auch mathematisch gut geschult ist der kann das Studium ohne weiteres erfolgreich durchlaufen. Auch gute Studenten werden jedoch kaum in der Regelstudienzeit fertig. Meistens brauchen die B.A. Wirtschaftsstudenten 7-9 Semester. Das liegt wie gesagt an der immensen Menge die man für die jeweiligen Klausuren wissen muss.

Dieses Studienfach ist reine „Auswendiglernerei“. Dazu kommen Rechenaufgaben das wars. Selbst und das werden Dozenten ungerne hören die Vorlesungen kann man sich in vielen Fällen sparen. Es gibt Skripte und Bücher mit denen man den Stoff selber lernen kann. Leider vergessen die Dozenten der Universität Greifswald das ihre Prüfung nicht die einzige ist die ein Student in einem Semester zu bewältigen hat. So werden den Bachelorstudenten für 2 ECTS Punkte (60 min. Klausur) schon mal 300 Seiten Skripte aufgetischt. Das allerschlimmste allerdings ist die oftmals schlechte Benotung. D.h. über Jahre lernt man ununterbrochen für dieses Studienfach um letztendlich ständig Noten zwischen 2-4 einzuholen. Das kann mitunter sehr deprimierend sein, vor allem wenn man für gleichen Lernaufwand in allen anderen Fächern bedeutend bessere Noten bekommt und meist sogar in der Zeit für mehrere Sachen hätte lernen können.

Es bedarf einer grundlegenden Reform des B.A. Studiengangs Wirtschaft. Die Unabhängigkeit vom in Greifswald erfolgreich beibehaltenen BWL Diplom muss sich nicht nur in Theorie sondern auch und vor allem in der Praxis und den Köpfen der Lehrenden durchsetzen.

Um nicht zu sehr ins Detail zu gehen möchte ich abschließend bemerken, dass Studierende mit dem B.A. Wirtschaft oftmals bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben als andere. Das Greifswalder BWL Diplom hat ein außerordentlich hohes Ansehen bei Unternehmen in ganz Deutschland und das hilft auch B.A. Studierenden.

 

Studentenleben

Das gesamte Leben in der Hansestadt Greifswald ist von den tausenden Studenten geprägt. Dieser Aspekt macht Greifswald zu einer Topadresse für zukünftige Hochschulabsolventen. Die Stadt befindet sich in einer ununterbrochenen Dynamik wodurch zahlreiche kulturelle und gesellschaftliche Alternativen entstehen. Sei es im Sommer in den vielen Kaffees der wunderschönen Altstadt oder die unmittelbare Nähe zum Meer. Oder im Winter der zugefrohrene Wiek welcher in den Greifswalder Bodden mündet und zu kilometerlangen Eiswanderungen einlädt. Ob Partys, Theater oder Lernstress die studierende Masse macht das Leben in der ehemaligen schwedischen Universitätsstadt einfach und man wird sich in fast allen Lebenssituationen die das Studium birgt wohl fühlen.