Studienführer Politikwissenschaften

Absolventen

1.  Allgemeine Hinweise zum Studium der Politikwissenschaft

Die Besonderheit der Politikwissenschaft besteht darin, dass eine Fülle von Informationen verarbeitet werden muss. Politikwissenschaft ist ein Lesestudium.

Hierin unterscheidet sich das Studium der Politikwissenschaft vom Jura- oder Mathematikstudium.

Lesen will allerdings gelernt sein. Wenn Sie wöchentlich pro Seminar etwa 20 bis 50 Seiten im B.A-Studium und entsprechend mehr im Masterstudium lesen und für Hausarbeiten noch weitaus mehr Literatur verarbeiten müssen, können Sie nicht davon ausgehen, dass Sie die Fakten jeder Seite behalten. Sie müssen ein Ziel vor Augen haben, bevor Sie diese Texte lesen. In Hausarbeiten bedeutet dies, dass Sie eine Fragestellung zu bearbeiten haben. In Seminaren müssen Sie die grundlegende These eines Artikels identifizieren können. Die Lesetechnik, die Sie sich aneignen müssen, nennt man selektives Lesen. Dies bedeutet keineswegs oberflächliches Lesen, sondern zielgerichtetes Lesen.

„Selektives Lesen muss erlernt werden“

Politikwissenschaft ist heute eine internationale Wissenschaft. Deshalb werden Sie schon sehr früh mit fremdsprachigen Texten arbeiten müssen. Vor allem die Lektüre englischsprachiger Texte ist unabdingbar für ein erfolgreiches Studium. Wie in anderen Wissenschaften gibt es auch in der Politikwissenschaft Fachbegriffe, die sich nicht unmittelbar durch ein gutes Konversationsenglisch erschließen lassen. Diese müssen Sie sich aneignen. Drücken Sie sich nicht vor englischen Texten. Im Gegenteil, bemühen Sie sich von Anfang an um die Einarbeitung in englische Texte. Bestenfalls können Sie zusätzlich  Englischkurse der Universität besuchen.

Der Aufbau des politikwissenschaftlichen Studiums ist entsprechend den besonderen Qualifikationsanforderungen gestaltet. Die Prüfungs- und Studienordnungen geben Hinweise für ein ordnungsgemäßes Studium und sollten von jedem Studierenden zur Kenntnis genommen werden, und zwar bereits zu Beginn des Studiums.

Im Studium der Politikwissenschaft werden vor allem zwei Veranstaltungsarten unterschieden: die Vorlesung und das Seminar. Vorlesungen geben einen Überblick über ein Teilgebiet der Politikwissenschaft. Hier werden die wesentlichen Konzepte, Theorien und Methoden vorgestellt, die die Grundlage der Politikwissenschaft ausmachen. Deshalb ist das in Vorlesungen vermittelte Wissen prüfungsrelevant, und allein aus diesem Grund ist es unabdingbar, die Vorlesungen regelmäßig zu besuchen. Seminare stellen die Hauptlehrform dar. Im Gegensatz zu Vorlesungen nehmen die Studentinnen und Studenten aktiv am Seminar teil.

Hausarbeiten stellen das Ergebnis einer erfolgreichen Teilnahme an einem Seminar und der darüber hinausführenden Beschäftigung zu einem Thema dar.

Der Kontakt zu den Dozentinnen und Dozenten ist ein weiterer wesentlicher Aspekt für ein erfolgreiches Studium. Die Dozentinnen und Dozenten bieten Sprechstunden an, die in der Regel wöchentlich abgehalten werden. Da deren Zeit begrenzt ist, sollten Sie die Sprechstunden effizient nutzen.

„Kontakt zu den Professoren suchen“

Dies bringt uns zum nächsten wesentlichen Aspekt für den Aufbau Ihres Studiums. Wir unterscheiden zwischen der Vorlesungsphase und der vorlesungsfreien Zeit. In der Vorlesungsphase werden die Vorlesungen, Seminare und Übungen durchgeführt.

Diese Phase umfasst in der Regel den Zeitraum von Anfang Oktober bis Anfang Februar sowie von Anfang April bis Mitte Juli. Die verbleibende Zeit ist die vorlesungsfreie Zeit, die nicht als Semesterferien zu verstehen ist. Sie sollten diese Zeit vielmehr nutzen, um Wissensdefizite durch ein Literaturstudium auszugleichen, Hausarbeiten anzufertigen und Veranstaltungen für das folgende Semester vorzubereiten.

Gerade der letzte Aspekt ist im Hauptstudium unabdingbar.

Die jeweiligen Module im Studium schließen entweder mit einer mündlichen Prüfung, einer Klausur oder einer Hausarbeit ab. Die Prüfungen finden an den meisten Universitäten in der vorlesungsfreien Zeit statt.

Unter dem Strich bleibt also wenig Zeit für Urlaub, Praktika und Jobben. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie das Leben während des Studiums nicht genießen sollen. Durch eine gute Planung finden Sie auch für diese Dinge noch genügend Zeit in den „Semesterferien“.

2. Das Seminar

3. Die Hausarbeit

4. Praktika

5. Auf ins Politikwissenschaftsstudium!

6. Erfahrungsbericht zum Studium der Politikwissenschaften