Studium Belgien

belgien fahneBelgien ist mit seiner Hauptstadt Brüssel nicht nur das Zentrum der Europäischen Politik, sondern auch ein guter Studienort für Bierkenner und Pralinenliebhaber. Das Land umfasst 10,5 Millionen Einwohner und grenzt an Deutschland, die Niederlande, Luxemburg und Frankreich. Das Königreich Belgien lässt sich in drei Regionen teilen: die Flämische Region, in der man Niederländisch spricht, die Wallische Region, in der überwiegend Französisch gesprochen wird und die Region Brüssel, in der man beide Sprachen spricht.

Welche Studienmöglichkeiten gibt es in Belgien?

In der Flämischen Region kann entweder an einer Universität („Universiteit“) oder einer Hochschule („Hogeschool“) studiert werden. Die Universitäten sind hierbei auf die wissenschaftliche Ausbildung ausgerichtet, die außeruniversitären Einrichtungen arbeiten dagegen praxisnah und vermitteln angewandte Kenntnisse. Das Studienjahr an den meisten Universitäten und Hochschulen beginnt zwischen Mitte September und dem 1. Oktober.
Auch in der Wallischen Region gibt es unterschiedliche Studienmöglichkeiten: die Universität, die Hochschule (hier: „Haute École“), die Kunsthochschule („École supérieure des Arts“) und die Architekturhochschule („Institut supérieur d‘Architecture“). Das Studienjahr beginnt hier zumeist Mitte September.
Der Unterricht wird in der Sprache der jeweiligen Region erteilt: Französisch in der Wallischen Region und Niederländisch in der Flämischen Region. Im Bereich der Hauptstadt Brüssel wird entweder in französischer oder in niederländischer Sprache gelehrt. Zusätzlich gibt es mittlerweile aber auch jede Menge Studiengänge in deutscher und englischer Sprache.

Gibt es Unterschiede zwischen den Studiensystemen in Deutschland und Belgien?

Das Studiensystem in Belgien ist dem deutschen System sehr ähnlich. In fast allen Bereichen wurden die Studiengänge schon auf das Bachelor- und Mastersystem umgestellt. Das Studium gliedert sich in 3 Stufen: Bachelor, Master und Doktor.
Das Bachelorstudium dauert 3 Jahre und ist mit dem Erwerb von 180 Creditpoints erfolgreich abgeschlossen. An den nichtuniversitären Lehreinrichtungen erfolgt die Ausbildung zum „berufsorientierten Bachelor“, die Universitäten bilden dagegen zum „akademischen Bachelor“ aus. Mit einem Universitätsabschluss ist der Zugang zum Masterstudium direkt möglich. Absolventen von nichtuniversitären Lehreinrichtungen müssen oftmals an zusätzlichen Kursen teilnehmen, um zum Masterstudium zugelassen werden.
Dieser kann dann sowohl an Universitäten, als auch an Hochschulen und anderen Einrichtungen absolviert werden. Der Master dauert mindestens ein Jahr. Um ihn erfolgreich abzuschließen müssen 60 Creditpoints gesammelt und eine Abschlussarbeit geschrieben werden (ca. 15 – 30 Creditpoints).

Was sind die Voraussetzungen für ein Studium in Belgien?

Die Grundvoraussetzung für ein Studium in Belgien ist das deutsche Abitur. Dieses wird in Belgien problemlos anerkannt. In einigen wenigen Fällen reicht auch die Fachhochschulreife aus, diese Ausnahmen müssen allerdings mit der jeweiligen Hochschule geklärt werden.

An vielen Hochschulen und Universitäten wird zusätzlich ein Sprachtest von den Bewerbern verlangt. Hier werden, abhängig von der Region, französische und niederländische Sprachkenntnisse geprüft, die für das Studium erforderlich sind. Für diese Tests bieten viele Bildungseinrichtungen Sprachvorbereitungskurse an, die meist im Sommer vor dem Studienanfang beginnen und anschließend parallel zum Studium weitergeführt werden.

Werden die Studienleistungen in Deutschland anerkannt?

Die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen zwischen Deutschland und Belgien verläuft in vielen Fällen problemlos. Dennoch ist es ratsam sich im Vorfeld mit dem zuständigen Prüfungsamt in Verbindung zu setzen und offene Fragen zu klären um evtl. auftretende Schwierigkeiten bei der Anerkennung der erbrachten Leistungen zu vermeiden.

In welcher Höhe fallen die Studiengebühren in Belgien an?

Die Studiengebühren an belgischen Universitäten und Hochschulen belaufen sich auf ca. 500 bis 800 € pro Studienjahr. Die Gebühren variieren jedoch stark, genaue Informationen können an der jeweiligen Bildungseinrichtung eingeholt werden.

Gibt es Hilfe bei der Finanzierung?

In Belgien gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten der Studienfinanzierung, damit die Studiengebühren nicht allein den Studenten zur Last fallen. Das Auslands-BAföG wird individuell berechnet und kann sowohl von bisherigen BAföG-Empfängern als auch von denen, die keine staatliche Förderung bekommen, beantragt werden. Oftmals erfolgt eine Teilfinanzierung auch über Stiftungen und Organisationen, die regelmäßig Stipendien vergeben. Außerdem können auch Bildungskredite in Anspruch genommen werden, die nach dem Auslandsstudium in Raten abgezahlt werden. Eine weitere Option ist die Kooperation mit einem Austauschprogramm, beispielsweise ERASMUS, welches regelmäßig u.a. Teilstipendien anbietet.

Welche Unterlagen werden für die Bewerbung in Belgien benötigt?

Wer sich auf ein Studium in Belgien bewerben möchte, muss zunächst die Anerkennung des Abschlusses beim Bildungsministerium beantragen. Hierfür benötigt der Bewerber ein Bewerbungsschreiben, eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses, einen Auszug aus der Geburtsurkunde und einen Nachweis über die Zahlung der Verwaltungsgebühren. Die Bewerbung kann in deutscher Sprache verfasst werden.
Dieses Verfahren gilt nicht für Bewerber, die ihr Abitur an einer „Europäische Schule“ absolviert oder das „International Baccalaureate Diploma“ (Internationales Abitur) erhalten haben.

Was ist außerdem zu beachten?

Für ein Auslandsstudium in Belgien wird weder ein Visum noch eine Arbeitserlaubnis benötigt. Ein gültiger Personalausweis reicht aus, um nach Belgien einzureisen. Wer sich aber für längere Zeit in dem Land aufhält, sollte sich jedoch bei der Kommunalverwaltung in das Ausländerregister eintragen lassen. Studenten, die in Deutschland bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können auch in Belgien Leistungen des dortigen Gesundheitswesens in Anspruch nehmen. Hierfür benötigen sie lediglich eine europäische Krankenversicherungskarte.